Aktuelle Nachrichten rund um Wetter und Klima:

Der Frühling kommt!

(11.03.2010) Dem bisher extrem langen Winter scheint nun in der folgenden Woche allmählich die Puste auszugehen. Wenn er auch nicht überall verschwinden will, so sorgt eine Wetterumstellung doch dafür, dass die Natur auch im Nordosten Deutschlands allmählich erwachen wird. Der Frühling kommt, wenn auch "auf leisen Pfoten".
Spätwinterliches Wochenende
Zunächst befinden wir uns allerdings noch teilweise in der Luft arktischen Ursprungs, die am Rand einer Hochdruckbrücke namens Isidor mit einem britischen und einem ukrainischen Schwerpunkt von Nordosten zu uns gelangt (siehe hierzu auch Abb. 3 der gestrigen Wetternews).
Diese sehr kalte Luft bestimmt uns auch noch an diesem Wochenende. Immerhin sorgt bodennah die von der Nordsee einsickernde Meeresluft bei auf West drehenden Winden bereits zum Freitag in der Nordwesthälfte Deutschlands für eine meist frostfreie Nacht. Da uns von Samstag auf Sonntag von Nordwesten kommend allerdings noch einmal ein Tiefausläufer überquert, dem arktische Luft folgt, müssen wir dabei besonders in den Nächten nach Süden hin noch mit Schnee und Glätte rechnen, tagsüber dominiert im Flachland meist Regen.
Die Änderung folgt kommende Woche
Bis hinein in die erste Hälfte der kommenden Woche wird sich die Kälte also nur leicht abschwächen. Meist verdanken wir der Bewölkung, dass sich die Frostgefahr nur noch auf einige Gebiete in der Nacht beschränkt, vornehmlich auf den Nordosten Deutschlands sowie dem Alpenvorland und natürlich auf die mittleren und höheren Lagen.
Währenddessen bewegt sich aber etwas in unserer Wetterküche, dem Atlantik. Ein Tief, das vor Neufundland auf den Atlantik hinaus zieht, sorgt für eine Umstellung der atmosphärischen Strömung. Diese Umstellung sorgt dafür, dass die Zufuhr der kältesten Luft, die sich bisher über weite Teile Europas erstreckte, sich auf einen kleineren Raum beschränkt, vornehmlich den der Britischen Inseln und besonders Osteuropa (Abb. 2).
Milder und unbeständig
Während sich dabei der Schwerpunkt hohen Luftdrucks nach Süden verlagert, gelangen wir in Mitteleuropa und damit auch Deutschland in die Nähe der so genannten Frontalzone, also der Grenze zwischen polarer und subtropischer Luftmassen, in der rege Tiefdruckaktivität herrscht.
Diese Umstellung hat also zwei spürbare Effekte auf unsere Witterung. Durch die Drehung des Windes auf westliche Richtungen wird - je nachdem ob Südwest oder Nordwest - mehr oder weniger warme Meeresluft herangeführt. Gleichzeitig bleibt die Witterung dabei unbeständig, unter Umständen auch windig, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass wir es auch beizeiten mit einem Sturmtief zu tun bekommen könnten.
Am wichtigsten für viele von uns ist aber, dass wir damit mäßige oder sogar strenge Nachtfröste hinter uns lassen, und dass die Temperaturen in Richtung der Normalwerte steigen werden. Es gibt also keine "Frühlingsexplosion" wie im Jahr 2009, aber immerhin einen spürbaren Temperaturanstieg auf oft zweistellige Höchstwerte, besonders im Südwesten Deutschlands. Auch Nachtfröste ziehen sich mehr und mehr zurück (Abb. 3). Dies bedeutet auch den Startschuss für die Vegetation im Nordosten Deutschlands, im Südwesten blüht die Natur noch mehr auf.
Hält der Frühling durch?
Bei der Frage nach der Beständigkeit dieser Wetterumstellung hilft bereits ein Blick in Abb. 4. Hier ist das Mittel mehrerer Ensembleberechnungen der wichtigsten Wettervorhersage-Modelle ECMWF und GFS für eine Mitteltemperatur von Deutschland dargestellt (für eine Erklärung sei hier auf die Wetternews Chaotisches Wetter hingewiesen).
Hier sieht man auf den ersten Blick, dass die Temperaturkurve eindeutig nach oben zeigt und auch aus dem Frost herausführt. Insbesondere das europäische ECMWF-Vorhersagemodell zeigt jedoch noch Restwahrscheinlichkeiten für Nachtfröste (dargestellt in der blau schattierten Fläche) in den letzten Märztagen. Bei Betrachtung der selben Darstellung für einzelne Städte (Abb. 5-7) erkennt man zudem die gestrichelte Linie der langjährigen Mittelwerte. Man sieht, dass sich die Temperatur in der nächsten Zeit wohl diesen Werten annähern wird. Für uns, die wir momentan aus 5 bis 10°C zu kalten Temperaturen heraus starten, ist diese Änderung dann sehr wohl spürbar.
Wie wahrscheinlich ist also eine Rückkehr in die kälteste Luftmasse? Es gibt ein Restrisiko. Die Abb. 8 und 9 zeigen noch die Möglichkeit eines Kaltluftvorstoßes, der dann auch Schnee bedeuten würde (oben rechts in den Abbildungen), dies ist derzeit etwas zu 40% wahrscheinlich, aber der Weg führt mit nördlichen bis nordwestlichen Winden über das Meer und die Märzsonne bekommt mehr und mehr Kraft. Sprich: Es kann zwar zum Ende des Monats noch einmal Schnee geben, dieser hat jedoch keine hohe Lebenserwartung. Freuen wir uns aber zunächst auf die folgende Woche.

Barcelona-Schnee

(10.03.2010) Es war schon ein Phänomen, wie man es in dieser Mittelmeerregion nicht so häufig vorfindet: Am Montag, dem 8. März 2010, kam es vom Nordosten Spaniens bis in den Südwesten Frankreichs zu teils kräftigen Schneefällen, die für Stromausfälle und Schulschließungen sorgten.
Die Menschen in Barcelona staunten nicht schlecht, als am Nachmittag teils kräftiger Schneefall einsetzte. Wie man hier sehen kann, sorgte der Schnee in der katalonischen Hauptstadt für überraschte Freude:
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Allerdings hielten die Schneefälle an, und im Laufe der folgenden Stunden kam es so auch allmählich zu Problemen. Dies galt insbesondere für den Straßenverkehr, denn das immer dichter werdende Schneetreiben sorgte auch für Sichtbehinderungen und natürlich für Glätte:
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Noch etwas heftiger traf es die Einwohner der Region des etwas nordöstlich von Barcelona gelegenen Girona. Hier fiel für 200.000 Menschen der Strom aus. Am Montag waren zudem 77 Straßen wegen der Schneefälle gesperrt, 168.000 Schüler brauchten daher am Dienstag nicht in die Schule, da die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet war. Die Grenzübergänge nach Frankreich waren ebenfalls teilweise gesperrt, auf der Autobahn N-II nach Norden mussten 3000 Menschen bis zu acht Stunden in ihren Fahrzeugen ausharren.
Einen solchen Wintereinbruch gab es über zehn Jahre nicht mehr in dieser Region, erst recht nicht im März, von daher ist dieses Ereignis schon als markant bis historisch einzustufen. Wie kam es also dazu?
Die Ursachen für den Schnee
Dazu schauen wir uns zunächst die Lage am 08.03.10, 1 Uhr MEZ in Abb. 3 an. Wir sehen hier die Temperaturen in rund 1,5 km Höhe sowie (neben den Höhenlinien der 500 hPa-Fläche) die Druckverhältnisse am Boden. Dabei erkennt man mit Zentrum über Schottland das kräftige Hoch Isidor. Östlich seines Zentrums wird dabei die sehr kalte Luft arktischen Ursprungs "angezapft" und aus ihm heraus nach Südwesten geführt - nicht zuletzt auch die Ursache für die derzeitige Kälte in Deutschland.
Diese kalte Luft kann sich ansatzweise auch bis zur Iberischen Halbinsel durchsetzen, wobei wir im Vergleich Abb. 3 zu Abb. 4 (12 Stunden später) erkennen, dass sich eine "Kaltluftblase" ablöst, das sich dann im fraglichen Zeitraum in Pyrenäennähe aufhält.
Schaut man in Abb. 4 noch etwas näher hin, so erkennt man, dass sich am Rand des Kaltluftvorstoßes ein kleinräumiges Tief namens Andrea (auch Abb. 5) trägt. Es zog unter Verstärkung über die Balearen auf die Costa Brava zu.
Im Bereich dieses kleinräumigen Tiefs wurde dann die kalte und recht trockene Luft mit der milderen und vor allem feuchten Meeresluft "gemischt", und so kam es im Bereich der kalten Höhenluft zu schauerartig durchsetzten und damit kräftigen Schneefällen (Abb. 6), wie derzeit noch im Radar-Archiv nachgesehen werden kann. Übrigens fielen auch in Nîmes 40 cm Schnee. Wo Tief Andrea am meisten von seiner weißen Ladung ablieferte, konnte man am Folgetag übrigens gut vom hoch aufgelösten Satelliten Aqua sehen (Abb. 7).


Bilderlizenzen:
Die Abb. 1 und 2 unterliegen einer Common Creative Lizenz

Wenn es Fische regnet

(09.03.2010) Seit Ende Februar haben enorme Regenmengen im Norden und Nordosten Australiens für die schwersten Überschwemmungen seit dem 19. Jahrhundert gesorgt. Auch wenn die Unwettergefahr zunächst gebannt ist, so fällt doch eine Meldung aus Lajamanu im Northern Territory besonders ins Auge: Hier fielen in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 2010 lebendige Fische vom Himmel.
Jahrhundert-Unwetter
Der Höhepunkt der Unwetter folgte dann am 6. März insbesondere für Melbourne. Die ortsansässigen Meteorologen sprachen von einem "Jahrhundertunwetter", das auch von tennisballgroßen Hagelkörnern begleitet wurde mit einem Durchmesser von bis zu 10 Zentimetern. Die Regenmengen, die hier erreicht wurden, sind durchaus beachtlich und liegen in einem 18-Stunden-Zeitraum teils über 100 Liter pro Quadratmeter (Abb. 4 und 5).
In Queensland steht derzeit ein Gebiet unter Wasser, das etwa der Fläche von Bayern entspricht, zahlreiche Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom. Während wir uns voraussichtlich morgen an dieser Stelle um die Ursache dieser extremen Wettererscheinungen kümmern wollen, geht es heute um die Kuriosität des Fischregens aus Lajamanu.
Fische weit ab von Gewässern
Dabei fielen laut "The Northern Territory News" hunderte von kleinen Fischen vom Himmel, die zum Teil noch lebendig waren. Dieses ist keine Scherzmeldung und vor allem auch für Lajamanu nicht neu. Die letzten Meldungen stammen aus den Jahren 2004 und 1974. Dabei befindet sich das Dorf am Rande der Tanami-Wüste, die nächsten größeren Gewässer sind hunderte von Kilometern entfernt.
An der Richtigkeit dieser Meldung gibt es dabei kaum Zweifel, denn Berichte über Fischregen liegen von seriösen Quellen aus allen Teilen der Welt vor. Älteste Quellen reichen dabei bis in das zweite Jahrhundert n.Chr. zurück, zu lesen im Text Deipnosophistai des Schreibers Athenaios. In der "Times" vom 10. März 1859 findet sich ein Artikel, nach dem ganze Dächer von Fischen bedeckt worden seien. Sogar im Wissenschaftsmagazin "Nature" findet sich in der Ausgabe aus dem Jahr 1918 ein Bericht von Fischregen im englischen Ort Hindon.
Wie kommt es dazu?
Da es nur wenig ausreichende Beobachtungsdaten von Tierregen gibt (nicht nur Fische, auch kleine Frösche sind schon gemeldet worden), kann man bis heute auch keine absolut sichere Erklärung abgeben. Nach wie vor die stichhaltigste Begründung ist aber nach wie vor die, dass ein Tornado die kleinen Tiere transportiert hat.
Während dieser über Flüsse oder das Meer zog, ist es durchaus plausibel, dass er in seinem kraftvollen Aufwindbereich Wasser und die darin befindlichen unglücklichen Tiere weit in die Höhe gerissen hat. Als der Wirbelsturm schwächer wurde, konnte er diese nicht mehr halten, und sie fielen weit entfernt wieder zu Boden.
Weiterer Bericht
In der englischen "Sunday Express" aus dem Jahr 1969 erschien ein weiterer Bericht über Tierregen von Veronica Papworth, dieses Mal Frösche betreffend:
Wir wollten noch auf eine Abendveranstaltung, das weiß ich noch exakt, als plötzlich ein Regen aus Fröschen los tobte. Sie kamen von überall her, da Türen und Fenster offen standen. Dann waren Tausende von ihnen auf dem Fußboden, die wir gar nicht wieder loswerden konnten. Als wir sie verscheuchten, kamen mindestens eben so viele wieder herein. Zu der Veranstaltung kamen wir dann viel zu spät. Als wir dann ankamen, sah ich an meinem Bein noch ein paar von ihnen sitzen, die ich als Beweis zeigen konnte.
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Hinweis:
Die Abb. 3 unterliegt der Common Creative Lizenz.

Umfrage-Ergebnis

(08.03.2010) Der Extremwetterkongress 2010 ist nun (mit einem neuen Besucherrekord) zu Ende gegangen. In diesem Rahmen wurde auch das Ergebnis der Umfrage auf Wetter24 vorgestellt, die Teil des Vortrags "Jacke oder nicht, verdammt noch mal" ist. Dieser Vortrag soll nun in Kürze zusammengefasst werden.
Idee des Titels
Der Ausdruck "Jacke oder nicht, verdammt noch mal!" stammt dabei von einem Auftritt des Comedian Wolfgang Trepper. Dieser wurde in folgender Zusammenfassung vorgestellt:
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Warum ist dieser Auftritt komisch? Ein Werkzeug des Witzes ist es ja, bekannte Alltagssituationen zu übersteigern. In der Tat kann man hier viele Punkte erkennen, die das Verständnis der Wettervorhersage aus den Medien, hier insbesondere im Fernsehen, erschweren. Was wird also von Wolfgang Trepper kritisiert?
Kritik an der Wettervorhersage
Der Empfänger (Zuschauer, Leser, Hörer, Internet-Surfer) bekommt also zu viel Information geliefert. Teilweise ist diese Information auch noch vollkommen überflüssig, zum Beispiel das Wetter der Vergangenheit. Darüber hinaus scheint die grafische Darstellung von Wetterinformationen nicht nachvollziehbar und überladen, man kann sich (Treppers Beispiel: Tagesthemen-Strömungsfilm) nichts darunter vorstellen. Schlussendlich ist es aber das Wesentliche, das entweder gar nicht genannt wird oder in der Informationsflut nicht zu finden ist: "Jacke oder nicht, verdammt noch mal!"
Woran liegt das?
Um die Gründe hierfür zu verstehen, muss man sich das Kommunikationsschema Sender - Empfänger (also Meteorologe - Zuschauer / Leser / Zuhörer etc.) genauer ansehen. Hier gibt es wie so oft unterschiedliche Motivationen auf beiden Seiten, die vereinbar gemacht werden müssen.
Der Meteorologe möchte möglichst exakt und umfassend informieren. Inge Niedeck sprach etwa in dem Buch "Wetterinformation für die Öffentlichkeit" von Andreas Wehry davon, dass dem Meteorologen manchmal fünf Minuten nicht genug seien, während dem Zuschauer die Information über Jacke oder Schirm völlig ausreichen würde.
Natürlich ist in dem Zusammenhang dem Meteorologen auch daran gelegen, auch die zugrunde liegenden Prozesse zu erklären, er begreift die Wettervorhersage wissenschaftlich und als Lehr-Auftrag, während der Empfänger immer mehr von einer Service-Leistung ausgeht. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, dass der Meteorologe von der Tatsache weiß, dass es keine 100-prozentige Wettervorhersage geben kann. Auch, wenn sie immer weiter verbessert wird, ist es insbesondere bei Schauern nicht immer möglich, für einen bestimmten Ort sagen zu können, ob Regen auftreten kann oder nicht (Probabilistik). Der Zuschauer möchte aber wissen können, ob es regnet oder nicht regnet (Deterministik).
Umfrage-Ergebnis: Was ist wichtig?
Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass der Mensch nur sieben Informationen in seinem Kurzzeitgedächtnis speichern kann, gehen wir also an die Frage, wie die Wettervorhersage zu gestalten sei. Dabei benutzen wir das Ergebnis der Umfrage (Abb. 3) von Anfang Februar 2010. Wir sehen, dass als wichtigstes die Information wichtig sind, die die Kleidungsfrage entscheiden: Niederschlag, Temperaturen. Dann erst folgen die Wahrscheinlichkeiten und der Wind.
Etwas überraschend war, dass die Sonne offenbar keine so wichtige Rolle spielt. Sie liegt mit der Luftfeuchtigkeit ganz unten in der Tabelle. Hier sollte man allerdings berücksichtigen, dass die Umfrage im Winter gemacht wurde. Wäre sie im Sommer, würde vermutlich die Sonnenscheindauer nach oben und die Frage nach der Niederschlags-Art (Regen, Schnee, Hagel) nach unten wandern. Dies wäre zu untersuchen.
Mit diesen Ergebnissen könnte man also nun je nach zur Verfügung stehender Länge der Wettervorhersage seine Information filtern (Abb. 4), womit man eine Prognose hätte, die die Frage nach "Jacke oder nicht, verdammt noch mal!" bestmöglich klären könnte.
Was sollen Fotos und Videos im Wetter?
Nun gibt es aber nicht nur Sender und Empfänger, sondern auch noch das Medium dazwischen, also Fernsehen, Radio, Zeitungen. Sie haben ein weiteres, kommerzielles Interesse an der Wettervorhersage. Denn es geht auch darum, mittels Werbung Einnahmen zu sichern.
Detlev Bringmann, Werbepsychologe, spricht dabei in dem Buch "Wetterinformation für alle" von High-Involvment-Information und Low-Involvment-Information. Dabei ist die High-Involvment-Information eine solche, bei der der Empfänger bereits Interesse für die Nachricht hat. Der Banker interessiert sich von selbst für die Devisenkurse, und viele Menschen interessieren sich für das Wetter. Bei der Low-Involvment-Information ist der Empfänger dagegen nicht sonderlich interessiert. Dies ist zum Beispiel die Werbung. Hier muss man sich also Gedanken darum machen, wie man das Interesse wecken kann.
Es liegt also nahe, die High-Involvment-Information Wettervorhersage als Zugpferd für die Low-Involvment-Information Werbung zu gebrauchen. Dies ist der Grund, warum nach den Hauptnachrichten und vor dem Wetter ein Werbeblock oder Sponsor folgt. Aber damit nicht genug: Den Medien ist zudem daran gelegen, auch die weniger am Wetter Interessierten "bei der Stange" zu halten. Darum wird das Wetter bunter - Fotos von auf der Wiese spielenden Kindern oder im Nebel verunfallte Autos, Videos, Zuschauerfotos. Dem Meteorologen sind diese Elemente natürlich weniger nützlich, da sie die Wettervorhersage verwässern und die 7-Elemente-Regel verletzen, womit wir wieder bei der Kritik von Wolfgang Trepper wären.
Ist dieses Problem lösbar?
Bedingt kann die Wettervorhersage sicherlich noch verbessert werden. Die Richtung dabei ist jedenfalls klar: Zukünftig sollte mehr auf die gesellschaftliche Seite des Wetters geachtet werden, so wie es das Societal Impacts Program an der Boulder University in Colorado, USA bereits in mehreren Veröffentlichungen tat. Der Meteorologe an sich sollte also mehr auf die Bedürfnisse des Empfängers hören und auch darauf eingehen.
Auf der anderen Seite sollte dem Empfänger auch das Wissen um die Grenzen der Wettervorhersage - dies gilt insbesondere bei längerfristigen Vorhersagen - vermittelt werden. Zwar kann man mittlerweile für Monate in der Zukunft immer bessere Vorhersagen machen, doch sind die hier zu gewinnenden nicht mit einer Wettervorhersage im herkömmlichen Sinne zu vergleichen. 
Eine häufigere und intensivere Kommunikation dürfte hier also schon einige Probleme beseitigen.


Wochenübersicht

(07.03.2010) Strenger Frost in Deutschland mit bis zu -20 Grad
In der Nacht zum Sonntag gab es in vielen Teilen Deutschlands teilweise strengen Frost. So sanken die Temperaturen nicht nur deutlich unter den Gefrierpunkt, sondern auch unter die Minus 10-Grad-Marke. In Helmstedt, ganz im Osten von  Niedersachsen gelegen, stoppten die Quecksilber erst bei -20 Grad, ein Wert, der im Monat März nur noch selten auftritt.
Erst in Nord- und Osteuropa ähnlich tiefe Temperaturen
Man muss in Europa schon deutlich weiter nördlich und nordöstlich schauen, um erneut diesen Wert zu erreichen. Erst im Osten von Litauen und im Süden von Schweden finden sich wieder Tiefstwerte um die -20 Grad.
Auch in der kommenden Woche noch kein Frühlingswetter
Grundsätzlich ändert sich in der neuen Woche an der Zufuhr der kalten Luft aus polaren Breiten nur wenig. Allerdings lässt der nächtliche Frost etwas nach und auch tagsüber wird es geringfügig milder. Gleichzeitig muss in Südeuropa mit kräftigen Niederschlägen gerechnet werden, örtlich drohen sogar Überschwemmungen.
Hitze in Indien und auf der Arabischen Halbinsel: Bis zu 40 Grad
Der Blick auf unseren Nachbar Asien zeigt weiterhin die große Kälte vor allem in den zentralasiatischen Gebieten sowie im Osten Chinas, während es in Teilen Indiens deutlich zu warm ist. Dort wurden beispielsweise an diesem Samstag Höchstwerte um die 40 Grad erreicht. Auch Saudi-Arabien bekommt erhebliche Wärme zu spüren, die deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel liegt. Niederschläge sind besonders rund um Kasachstan zu erwarten. In den zentralen Teilen Afrikas und in der südlichen Sahara bleibt die Hitze erhalten, in Südafrika sind die Temperaturen leicht erhöht.
Hohe Regenneigung an der Pazifikküste Amerikas
In Amerika fällt die hohe Niederschlagsneigung von der Pazifikküste Amerikas bis nach Nordchile auf, eine Folge der Meeresströmungsanomalie El Nino. Besonders an der südamerikanischen Küste sind gleichzeitig die Temperaturen höher als üblich. In Nordamerika ist vorerst kein neuer Kälteeinbruch in Form eines Schneesturms zu befürchten.
Sehr warme, tropische Meeresgebiete
Zum Schluss noch ein Blick auf die Meeresgebiete, die vor allem in ihren tropischen Bereichen von den Temperaturen her stark erhöht sind.

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Klimaforschung in ostdeutschen Seen

(Wetter-Center.de) Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften haben bei der Auswertung von Sedimenten aus drei Seen in Ostdeutschland interessante Ergebnisse gefunden. Untersucht wurden dabei aber nicht derzeit vorhandene Seen, sondern Seen, die vor etwa 126.000 bis 115.000 Jahren existierten, also vor der letzten Eiszeit. Die Sedimente dieser Seen wurden durch Braunkohlentagebaue freigelegt [...]

Viel Eis auf der Ostsee

(Wetter-Center.de) Ungewöhnlich kaltes Winterwetter herrschte in den letzten Wochen nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Ostseegebiet bis nach Finnland. So befindet sich derzeit vor der Küste Schwedens dickes Eis. So kann man in diesem Satellitenbild vom 5. März 2010 des NASA-Satelliten Terra kaum erkennen, wo die Küste endet und das Meer anfängt. Sämtliche Inseln vor der [...]

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(Wetter24.de) (11.03.2010) Licht am Ende des Tunnels: In der nächsten Woche deutet sich Frühling an, wenn auch zunächst noch...

Barcelona-Schnee

(Wetter24.de) (10.03.2010) 50 cm Schnee in Höhenlagen Kataloniens, Schneegestöber von Barcelona bis Nîmes. Warum? Erklärungen...

Aktive Tropenstürme

(ifa.hawaii.edu) Derzeit sind in den Tropen diese Systeme aktiv: Zyklon HUBERT im südlichen Indischen Ozean mit Windgeschwindigkeiten bis 65 km/h.

Hurrikan IDA mit Kurs auf Florida

(Hurricanblog.de) Am letzten Mittwoch bildete sich etwa 200 km vor der Küste Costa Ricas die Tropische Depression IDA, die sich rasch zu einem Hurrikan verstärkte. IDA ging dann am Donnerstag mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis 100 km/h an der Küste Nicaraguas an Land, wo Niederschlagsmengen über 250 Liter pro Quadratmeter registriert wurden....

Nun doch: Nächster Taifun bedroht Philippinen

(Hurricanblog.de) Nachdem Taifun Lupit unerwarteterweise die Philippinen verschont hat, macht sich nun doch noch ein neuer Tropensturm namens Mirinae auf den Weg zum Inselstaat. Mirinae ist derzeit mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis 167 km/h ein Taifun der Kategorie 2....

Elektroschrott: Probleme werden exportiert

(scienceticker.info) Jedes Jahr werden über 155.000 Tonnen Elektroschrott aus Deutschland ins außereuropäische Ausland exportiert. Davon entfallen rund 50.000 Tonnen auf PC- und Fernseh-Bildschirme. Selbst defekte Geräte werden zum Teil als "noch funktionstüchtig" umdeklariert, ergab eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). Lesen Sie weiter bei Scienceticker Umwelt.

Tiefseefische mögen Gemüse

(scienceticker.info) Wer in lichtlosen Tiefen lebt, muss fressen, was ihm vor das Maul kommt. Diesen Schluss legt ein Fütterungsexperiment nahe, das niederländische und schottische Forscher am Meeresgrund in 3.000 Metern Tiefe durchgeführt haben. Zu ihrer Verblüffung wurde der angebotene Spinat hauptsächlich von Grenadieren verspeist - bislang als Raubfische und Aasfresser betrachtet.

Erfolgsmodell Eisbär

(scienceticker.info) Wo sich eine Gelegenheit eröffnet, kann die Evolution sehr rasch ablaufen. Das zeigt der uralte Kiefer eines Eisbären, den eine norwegisch-amerikanische Forschergruppe untersucht hat. Ausgehend von dem im Knochen enthaltenen Erbgut, ist die Linie der Eisbären vor rund 150.000 Jahren von der Braunbärlinie abgezweigt und hat binnen kurzer Zeit die typischen Anpassungen an den Lebensraum Meereis entwickelt.

Barcelona von Schneesturm lahmgelegt

(news.ch) Barcelona - Die stärksten Schneefälle im Nordosten Spaniens seit 25 Jahren haben die Gegend um Barcelona in den Ausnahmezustand ...

Schwere Unwetter in Spanien und Portugal

(news.ch) Madrid - Heftige Regenfälle haben im Süden der Iberischen Halbinsel ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. In den spanischen ...

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